FAQ Praktika- & Werkstudentenstellen

  1. Warum sollte ich Praktikant / Werkstudent werden?

Wegen des Geldes natürlich. Darüber hinaus aber auch für die Erfahrungen und Kontakte. Praktika und Werkstudentenstellen sind der unkomplizierteste Weg Unternehmen von innen kennenzulernen. So könnt ihr rausfinden, was euch gefällt und was nicht, und könnt dadurch später besser einen passenden Beruf für euch wählen.

Außerdem sammelt ihr Berufserfahrung, was heutzutage in den meisten Unternehmen eine Voraussetzung ist euch fest einzustellen. Berufserfahrung ist zumindest ähnlich wichtig wie gute Noten. Wer fertig mit seinem Studium ist und noch nie irgendwo gearbeitet hat wird Probleme haben eine gute Feststelle zu finden.

 

  1. Sollte ich besser einen Nebenjob oder ein Praktikum machen?

Das kommt ganz drauf an was ihr später machen wollt. Meist ist es wohl aber sinnvoller direkt von Anfang an in einem Unternehmen / einer Industrie / einer Abteilung zu arbeiten, in der ihr euch nach eurem Studium auch seht. Nebenjobs sind vielleicht etwas einfacher bzw. schneller zu finden, bringen euch aber im Zweifel bei der späteren Berufswahl nicht wirklich viel.

Nebenjobs können etwas mehr Geld bringen als Praktika/ Werki, müssen aber nicht! Es gibt sehr wohl studentische Tätigkeiten die nicht schlecht bezahlt werden. Außerdem sind viele Unternehmen gerade bei Werkis zeitlich flexibler als man es von einem Nebenjob her kennt.

Im Zweifel raten wir also zu Werkstudenten- & Praktikantenstellen.

 

  1. Was ist der Unterschied zwischen Praktikum und Werkstudentenstelle?

Praktikanten arbeiten idR Vollzeit (heißt 35-40 h/Woche). Werkstudenten arbeiten in Teilzeit (10-20h/ Woche) in den Vorlesungszeiten und können nach Möglichkeit in der vorlesungsfreien Zeit bis zu 40h/ Woche. Praktikanten verdienen außerdem oft deutlich weniger pro Stunde (wenn überhaupt). Es macht also eher Sinn Werkstudent zu sein statt Praktikant. Manche Unternehmen erwarten von euch jedoch, dass ihr erst einige Zeit Praktikant seid bevor ihr Werkstudent werden dürft.

 

  1. Was ist ein Pflichtpraktikum?

Ein Pflichtpraktikum heißt so, weil es verpflichtend im Studium vorgesehen ist. Oft werden die Studenten hierfür von Vorlesungen freigestellt (z.B. per Freisemester). Pflichtpraktikanten werden tendenziell von Unternehmen bevorzugt, weil diese keinen Anspruch auf Vergütung (in den ersten drei Monaten) und Urlaub haben, über die Hochschule sozialversichert sind, keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben, etc. (wobei einige Arbeitgeber das von sich aus im Arbeitsvertrag dann Praktikantenfreundlicher regeln als der Gesetzgeber es verlangt).

Das OAI sieht bisher kein Pflichtpraktikum vor, jedes Praktikum ist also ein freiwilliges. Solltet ihr euch dennoch auf eine als Pflichtpraktikum ausgeschriebene Stelle bewerben wollen, ist ein Gespräch mit dem OAI empfehlenswert.

 

  1. Wie lange geht ein Praktikum / eine Werkstudentenstelle?

Die Mindestdauer beträgt für viele Unternehmen 3 Monate, wobei der Regelfall eher 6 Monate sind. Bei guter Leistung und Gefallen eurerseits kann das idR bis zu drei Mal / auf bis zu 2 Jahre im selben Unternehmen verlängert werden.

Idealer Weise habt ihr am Studienende mehr als ein Unternehmen / eine Abteilung von innen gesehen. Wenn diese Stellen in irgendeiner Art zusammenhängen (selbe Industrie, ähnliche Aufgabenbereiche/Abteilung, Kunden-Lieferanten-Beziehung, etc.) umso besser. Wer z.B. schon bei Daimler und BMW war wird es wohl einfacher haben bei VW genommen zu werden.

 

  1. Wann sollte ich eines machen?

Kurzum: so früh wie möglich. Es spricht nichts dagegen, ab Beginn des ersten Semesters Prakti oder Werki zu sein, immer vorausgesetzt eure studentischen Leistungen leiden nicht darunter.

Der optimale Zeitpunkt das erste Mal eines zu machen ist die vorlesungsfreie Zeit zwischen Semester 2 und 3. Ihr könnt natürlich auch zwischen Semester 1 und 2 bereits eines einlegen, das ist aber zeitlich enger, weil zwischen Wintersemester und Sommersemester nur ca. 6 Wochen frei sind, zwischen Sommersemester und Wintersemester ca. 10 Wochen.

Am OAI habt ihr im Zweifel nur ein Mal die vollen „Sommerferien“, nämlich zwischen Semester 2 und 3. Zwischen 4 und 5 seid ihr mit der Vorbereitung eures Auslandsjahres beschäftigt, zwischen 6 und 7 vielleicht noch nicht ganz zurück.

Ein Praktikum im Ausland zu machen ist potentiell möglich, sollte aber mit dem OAI abgesprochen sein sowie nicht euer Studium in Asien beeinträchtigen. Es besteht auch die Option euer Auslandsjahr für ein Praktikum zu verlängern. Auch hier solltet ihr rechtzeitig mit dem OAI sprechen und die Arbeitsrechtsregelungen des jeweiligen Landes beachten!

Letzte Möglichkeit ein Praktikant / Werkstudent zu werden ist Ende Semester 8 nach euren Prüfungen und vor Abgabe eurer Thesis. Ihr arbeitet dann quasi simultan zum Schreiben der Thesis in einem Unternehmen (oder schreibt diese gleich in einem Unternehmen). Hier ist aber zu beachten, dass einige Unternehmen wert drauf legen, dass ihr euren Status als eingeschriebener Student noch habt.

 

  1. Wo kann ich eine Stelle finden?

Dazu empfehlen wir euch unsere Unternehmensliste aus der Region Rhein-Neckar sowie unsere Tipps zur Jobsuche Weltweit.

 

  1. Was muss ich bei der Bewerbung beachten?

  • Investiert das Geld und lasst professionelle Bewerbungsbilder von euch machen.
  • Hebt eure Bewerbung – und damit euch – von der Konkurrenz ab, indem ihr einen Fokus auf ein attraktives Design legt. Beispiele über Google Bildersuche „Design CV“ o.ä.
  • Schreibt euer Anschreiben angepasst an die Stellenausschreibung. Schaut nach was die für Eigenschaften von einem Bewerber verlangen und stellt dar, wie ihr diese erfüllt.
  • Lebenslauf sollte sauber strukturiert sein, und alle relevanten Stationen enthalten. Euer Kindergarten und Grundschule sind nicht relevant. Eure Ferienjobs und Babysitterstellen in den meisten Fällen auch nicht.
  • Schreibt in euren Lebenslauf nicht nur wo ihr bisher wart, sondern auch was ihr da gemacht habt. Schreibt ggf. auch rein, welche Vorlesungen ihr am OAI habt. Nicht jeder Personalmitarbeiter kann sich etwas unter eurem Studiengang vorstellen.
  • Ihr wart bei Tesla im Marketing? Bei der BASF im HR? Gut, schreibt rein was eure Aufgaben waren. Gerade wenn ihr noch nicht viel in eurem Leben gemacht habt kann das nützlich sein den Lebenslauf etwas zu füllen.
  • Es ist ok sich etwas gepflegter auszudrücken. Ihr habt in einem bisherigen Praktikum kopiert und Telefondienst gemacht? Dann war das „Teamassistenz“. Etc. Ihr sollt nicht lügen, aber eure Ausdrucksweise etwas der Geschäftswelt anpassen.
  • Vergesst auch nicht eure sozialen Aktivitäten (z.B. Fachschaftsrat, AStA, StuPa, Erasmus, Vereine, etc.) reinzuschreiben bzw. die Auszeichnungen und Stipendien die ihr erhalten habt. Ihr müsst das nicht alles direkt mit Unterlagen belegen müssen, wenn ihr das aber beurkundet nachweisen könnt fügt es der Bewerbung bei.
  • Für künftige Arbeitgeber wichtige Angaben sind regelmäßig eure Fähigkeiten bezüglich Sprachen und IT. Schreibt rein welche Sprachen ihr könnt und wie gut. Gleiches gilt für Software, insbesondere MS PowerPoint und MS Excel, aber auch andere MS Office Produkte. Wenn ihr hier nicht so gut seid, macht einen der kostenlosen Kurse die die Hochschule Ludwigshafen oder die Uni Mannheim euch bieten.
  • Ein Punkt, der euch vielleicht nicht bewusst ist, ist, dass ihr am OAI überdurchschnittlich viele Projektarbeiten und Präsentationen habt im Vergleich mit vielen anderen Studiengängen. Eure Teamfähigkeiten und Präsentationskompetenzen sollten über das Studium also geschärft sein. Erwähnt das ruhig.
  • Lasst eure Bewerbungsunterlagen unbedingt von einer anderen Person Korrektur lesen. Nichts lässt euch so schnell auf den „Ablehnen“ Stapel wandern wie Schreibfehler.
  • Legt euch ggf. auch einen gepflegten Xing- und LinkedIn-Account an. Das wird sich im Bewerbungsverlauf als nützlich erweisen.

 

  1. Was muss ich im Vorstellungsgespräch beachten?

  • Natürlich solltet ihr gepflegt auftreten, im Zweifel lieber etwas over- als underdressed. Papas altes Sakko oder euer Kleid vom Abiball sind da unter Umständen dennoch falsch. Beschäftigt euch mit der Thematik und investiert hier vielleicht etwas Geld.
  • Auch solltet ihr rechtzeitig da sein, gerne ein paar Minuten zu früh. Aber eben auch nicht zu viel, maximal 10 Minuten früher ist OK, eure Gesprächspartner haben im Zweifel einen eng getakteten Arbeitstag und erwarten euch nicht zu früh.
  • Ihr solltet euch im Vorfeld auf jeden Fall mit dem Unternehmen und der Stelle beschäftigt haben. Normalerweise wird man euch dazu nicht „abfragen“, aber wenn man z.B. bei dem Mannheimer Elektronikproduzenten Pepperl & Fuchs sitzt und ihn mit dem Mannheimer Schmierstofffabrikanten Fuchs Petrolub verwechselt nur weil beides “Fuchs” im Namen trägt kann das sehr peinlich werden.
  • Nehmt euch was zum Schreiben mit ins Gespräch. Niemand wird euch krumm ansehen, weil ihr Notizen mitbringt. Im Gegenteil, das zeigt eher Interesse und Vorbereitung. Und ihr müsst euch so nicht alles merken. Auch ist es selbstverständlich gestattet die Stellenausschreibung ausgedruckt mitzubringen.
  • Bereitet euch auf mögliche Fragen im Interview vor. Tipps hierfür gibt es haufenweise im Internet (z.B. hier und hier). Wenn ihr kein sehr spontaner Mensch seid bzw. einer dem die Stresssituation des Gesprächs zusetzt, so schreibt euch eure Antworten auf mögliche Fragen eures Gesprächspartners auf und lernt sie Auswendig. So fühlt ihr euch sicherer. Den Aufschrieb mit den vorformulierten Antworten lasst ihr aber bitte beim Gespräch zuhause.
  • Was ihr genau gefragt werdet hängt im Endeffekt von eurem Gegenüber ab. Manche stellen nur alle paar Jahre jemanden ein und halten sich strikt an „bewährte Fragen“ wie oben, andere haben mehrere Gespräche die Woche und sind da etwas kreativer / ausgefallener. Man wird euch mit den Fragen vielleicht auch testen wollen wie gut ihr improvisieren / auf Stress reagieren könnt, also wundert euch nicht über „unkonventionelle“ Fragen. Google ist z.B. bekannt dafür ungewöhnliches zu fragen (siehe hier und hier).

 

  1. Was kann ich an Bezahlung erwarten?

Vorab: Die Frage nach der Bezahlung ist eine legitime, auch in einem Bewerbungsgespräch. Geld sollte nicht euer primärer Motivatior sein, aber es sollte einer sein. Wenn der Gesprächspartner das nicht von sich aus erwähnt ist es berechtigt danach zu fragen (vielleicht nicht direkt zu Anfang, aber zum Ende hin absolut OK). Wenn der Interviewer das nicht beantworten kann oder will, dann ist das nicht zwingend ein gutes Zeichen. Wahrscheinlich ist ihm bewusst, dass die Bezahlung schlecht ist und er versucht das herunter zu spielen bzw. zu verschweigen.

Wie oben gesagt bekommen Praktikanten weniger als Werkstudenten. Es kann sogar sein, dass ihr die ersten 3 Monate unbezahlt seid. Danach hab ihr Anspruch auf den Mindestlohn. Gute Arbeitgeber bezahlen auch etwas über dem Mindestlohn.

Werkstudenten bekommen grob gesagt zwischen 10 und 20 € / h, im Schnitt sind es vielleicht 13 €. Das hängt aber auch von Faktoren wie Größe und Industrie des Unternehmens, Aufgabenbereich, etc. ab. Unter 10 € sollte der Stundenlohn hier nicht fallen.

Euch sollte auch bewusst sein, dass Ihr keine Bittsteller seid. Ihr müsst nicht alles annehmen was man euch bietet. Im Zweifel lohnt es sich sogar eine andere Stelle zu suchen. Ihr leistet Arbeit im Unternehmen und verdient deshalb eine genauso gerechte Entlohnung wie die anderen Kollegen.

 

  1. Kann ich im Home Office arbeiten?

Es gibt wenige Unternehmen, meist aus dem IT Umfeld, die es gestatten oder dulden, wenn auch die Werkstudenten hin und wieder von zuhause arbeiten. Normalerweise wird euch das nicht von Anfang an erlaubt, sondern erst, wenn ihr ein paar Monate dabei wart. Dennoch ist das die Ausnahme, der größte Teil aller Unternehmen erwartet, dass ihr vor Ort arbeitet.

 

  1. Gibt es dadurch Vorteile bei der Suche nach einer Bachelorstelle?

Einige Unternehmen schreiben Bachelorthemen über ihr Jobportal zur Betreuung aus. Aber auch für diese müsst ihr das Unternehmen vorher „von innen“ kennengelernt haben, z.B. über ein Praktikum. In der Regel sind diese Stellen aber nicht ausgeschrieben, sondern ihr müsst sie selbst schaffen, z.B. indem ihr während eures Praktikums nach möglichen Betreuern Ausschau haltet und diese ansprecht und überzeugt. Bacheloranden werden meist pauschal pro Monat bezahlt (also nicht Stundenbezogen), wobei das Monatsgehalt zwischen 600 und ca. 1.000 € liegen kann.

Ob es tatsächlich auch sinnvoll ist eine Thesis bei einem Unternehmen zu schreiben hängt vom Einzelfall ab. Wir haben uns dazu hier schon geäußert.

 

  1. Gibt es weitere Vorteile einer Praktikums- / Werkstudentenstelle?

Arbeitserfahrung ist nicht nur nützlich bei der späteren Berufswahl, sie kann euch auch Vorteile bringen, wenn ihr euch um Stipendien bewerbt. Viele Stipendienträger wollen von euch wissen, was ihr neben dem Studium macht, und rechnen euch das dann an. Ebenso wollen einige Hochschulen, dass ihr Arbeitserfahrung vorweisen könnt, bevor ihr für ein Masterstudium zugelassen werdet.